Die Entstehung eines Urlaubsparadies


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Die Geschichte von Cancún beginnt Ende der 60er Jahre. Der damalige mexikanische Präsident Echeverría wollte einen Touristenort auf der Halbinsel Yucatán errichten. Der Ort sollte größer und noch aufregender als Acapulco an der Westküste Mexikos werden. Zum damaligen Zeitpunkt war Mérida die einzige größere Stadt auf Yucatán. Die Stadt liegt im Osten der mexikanischen Halbinsel. Man entschied sich für einen Ort im Osten der Peninsula am karibischen Meer. In der Nähe befand sich ein kleines Fischerdorf mit dem Namen Puerto Juarez. Der Name des ausgewählten Ortes war Schlangennest, übersetzt in die Sprache der Maya “Cancún”. Damals bestand die Gegend zum Teil aus dichtem Dschungel, durch den nur eine kleine Straße führte, auf der man den östlichen Teil der Halbinsel Yucatán erreichen konnte. Dort einen beliebten Touristenort aus dem Boden zu stampfen, war das erste große Projekt der damaligen Regierung Mexikos. In den ersten zwanzig Jahren hat die mexikanische Regierung sehr viel Geld mithilfe der Banco de México in das Projekt Cancún gesteckt. Die komplette Infrastruktur musste erst aufgebaut werden. Das Gebiet in und um Cancún musste erst mit Straßen, Elektrizität sowie Frischwasser erschlossen werden. Der Bau des internationalen Flughafens begann in den frühen 70er Jahren.
 

 

Vom Reißbrett bis zum ersten Spatenstich

Der Planungsentwurf stammt von Agustín Landa Verdugo. Die lang gezogene Insel, die vor der Halbinsel Yucatán liegt, sollte eine reine Touristeninsel werden. Auf dem Festland wurde Cancún City gegründet. Tulum, an der Beginn des Hotelbaus am Strand von Cancún.Ursprünglich als Wohnort für die vielen Beschäftigten im Tourismus geplant. Die ersten Unterkünfte und Lagerstätten für eine kleine Gruppe Arbeiter wurden im Januar 1970 errichtet. Die Insel wurde auf dem Reißbrett in Parzellen aufgeteilt. Der gesamte Strand der Insel gehört weiterhin dem Staat Mexiko, er wurde nicht verkauft. Damit ist gesichert, dass der Strand bis heute den Touristen zur Verfügung steht. Das Gebiet von Cancún samt Umland  umfasst ca. 50.000 Quadratkilometer. Um zu Beginn erst mal eine vollständig neue Infrastruktur zu errichten, wurde im September 1971 ein Kredit in Höhe von 21,5 Millionen Dollar bewilligt. Das wichtigste war der Bau der Straße, die von Küste entlang, nach Cancún führte. Sie war bis zur Fertigstellung des Flughafens die Lebensader von Cancún. Der Flughafen – Cancún International Airport – wurde im Februar 1975 eingeweiht. Fort an konnten die Touristen den Urlaubsort bequem mit dem Flugzeug erreichen.
 

Bau-Boom in Cancún

Die Eröffnung des ersten Hotels fand bereits im September 1974 statt. Kontrolliert wurde der Ausbau des neuen Touristenorts durch die Regierungseinrichtung INFRATUR. Daraus entwickelte sich 1974 FONATUR (Fondo Nacional de Fomento al Turismo). Diese Einrichtung befasst sich auch heute noch mit der Planung touristischer Infrastrukturen in Mexiko. Durch Kredite unterstützt, wurde im Jahr 1974 mit dem Bau der Hotels Villas del Presidente Cancún, Los Condominios Kin-Ha und des Hotels Aristos Cancún begonnen. Insgesamt genehmigte Fonatur Kredite in Höhe von 260 Millionen Dollar. Im Lauf der Zeit wurden weitere 700 Millionen Dollar für den Bau von knapp zehntausend Zimmern genehmigt. Im Jahr 1997 boten die 124 Hotels vor Ort bereits weit über 20.000 Zimmer an. Knapp drei Millionen Touristen besuchten den Ferienort im Jahr 1997. Seitdem hat sich die Hotelzahl nicht wesentlich erhöht. Im Oktober 2005 bescherte der Hurrikan Wilma der Stadt Cancún schwerste Schäden. Die Hotelinsel stand meterhoch unter Wasser. Etwa 20.000 Touristen mussten sich in die Notunterkünfte flüchten. Die Mexikaner nahmen es zum Anlass ältere Hotels zu renovieren oder abzureisen und wieder neu aufzubauen.
 

 
Jetzt und Heute

Heute ist Cancún einer der größten und meist besuchten Ferienorte Mexikos. Seinen Teil trägt sicherlich auch eines
der größten Riffe der Region, welches direkt vor Cancún liegt, bei. Das Riff erfreut sich bei Tauchern und Schnorchlern größter Beliebtheit. Ganz in der Nähe von Cancún befinden sich bekannte prähistorische Stätten der Mayas, wie beispielsweise Chichén Itzá oder Chetumal. Es gibt ein großes Angebot an verschiedensten Tagestouren zur Besichtigung der Ruinen. Neben Hotels befinden sich auch Golfplätze sowie zahlreiche Restaurants auf der Hotelinsel. Einkaufen können die Urlauber in den kleinen Geschäften auf der Insel oder in den großen Einkaufzentren in Cancún City. Cancún hat heute mittlerweile knapp 900.000 Einwohner.
 

Klimagipfel in Cancún

Im Moon Palace Hotel sowie in der Messe von Cancún fand von November bis Dezember 2010 die sechzehnte Klimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Im Rahmen des “Kyoto-Protokolls” war es bereits das sechste Treffen. Die Erwartungen der Mitglieder an diese Klimakonferenz waren im Vorfeld allerdings eher gering, da im Vorjahr keine nennenswerten Maßnahmen beschlossen wurden. Allerdings erwarteten die Mitglieder von dem Klimagipfel Cancún Regelungen um die Regenwälder zu schützen, sowie einen Klimafond. Durch den Klimafond sollten die Entwicklungsländer bei der Umsetzung des Klimaschutzes finanziell unterstützt werden.Alter Bus in Cancún Die Regierung Boliviens verweigerte die Zustimmung zu einem, von den führenden Industrienationen gefeierten, “Kompromiss” in Bezug auf den Klimaschutz. Während der Klimakonferenz forderte der Präsident Boliviens, Evo Morales unter anderem ein UN-Tribunal für Klimagerechtigkeit, die Reduzierung des CO2-Ausstoßes und forderte die Weltgemeinschaft zur “Rettung des Planeten” auf. Allerdings nahm Patricia Espinosa, die Konferenzpräsidentin sowie mexikanische Außenministerin, es nur zur Kenntnis und erklärte die Abschlusserklärung für angenommen.

Auf dem Klimagipfel Cancún vereinbarten die Mitglieder zum ersten Mal verbindlich “internationale Maßnahmen zum Klimaschutz”. Erstmals erkannten die Industrieländer auf einer Klimakonferenz an, dass der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um zu 40 Prozent bis zum Jahr 2020 gesenkt werden sollte. Die Industrieländer verpflichteten sich auf dem Klimagipfel Cancún ihre freiwilligen Ziele einzuhalten. Diese Ziele waren bereits im Vorjahr auf der Klimakonferenz in Kopenhagen festgelegt worden. Zudem wurde in Cancún ausgehandelt, dass die Länder, die große Waldflächen besitzen, diese Waldflächen als Kohlenstoffspeicher geltend machen dürfen. Auf der Klimakonferenz wurde das Ziel gesetzt, die Klimaerwärmung zu stoppen und nicht über zwei Grad Erderwärmung steigen zu lassen. Außerdem vereinbarten die Mitglieder, einen Klimafond als Soforthilfe mit jährlich zehn Milliarden US-Dollar einzurichten.
 

 
Auf der Klimakonferenz wurde weiterhin beschlossen, den GCF “Green Climate Fund” einzurichten. Aus diesem Fond sollen die Klimaschutzmaßnahmen der Entwicklungsländer finanziert werden. Ausgestattet wird der GCF mit Mitteln der großen Industrieländer. Zudem erhalten die Entwicklungsländer beim Klimaschutz Unterstützung durch das Technologiezentrum der UN. Einzelne Staaten wurden auf dem Klimagipfel von Cancún aufgefordert, einen Zustandsbericht ihrer Wälder zu erarbeiten.Die Ergebnisse des Klimagipfels in Cancún wurden das erste Mal weltweit gelobt. Es war ein großer sowie wichtiger Schritt in die richtige Richtung, meinten viele Teilnehmer.
Nur Bolivien war mit dem Ergebnis nicht zufrieden.