Campeche und seine prachtvollen Festungsanlagen


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Campeche (offiziell: Francisco de Campeche) ist die Hauptstadt des gleichnamigen mexikanischen Bundesstaates.
 

Campeche und seine Stadtgeschichte

Im März 1517 erreichten spanische Seefahrer unter Führung von Francisco Hernàndez de Córdoba die Küste vor Campeche. Es dauerte aber noch mehr als zwei Jahrzehnte, bis die Spanier eine Siedlung gründeten. Sie entstand im Oktober 1540 an der Stelle einer alten Mayasiedlung. Aus dem Mayanamen Kaan Peech wurde kurzerhand Campeche. Die Bedeutung – „Ort der Schlangen und Zecken“ – lädt eigentlich eher nicht zum Besuch ein. Wegen der günstigen Lage entwickelte sich Campeche schnell zum wichtigsten Hafen der Region. Es hatte oft mit Piratenangriffen zu kämpfen. Daher bauten die Bewohner im 17. Jahrhundert umfangreiche Befestigungsanlagen. Zu dieser Zeit erhielt Campeche auch die Stadtrechte. Die Festungsanlagen zählen noch heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Sie beherbergen überwiegend Museen.
 

 

Gegenwart

Heute hat Campeche etwa 250.000 Einwohner. Die meisten sind Mestizen, außerdem leben Mayas sowie wenige Chinesen und Araber in der Stadt. Die Uferstraße „El Malecón“ besteht eigentlich aus mehreren Straßen. Sie lädt ein zum Spazierengehen, Radfahren oder Inline-Skaten. Seit 1999 gehört Campeche zum UNESCO-Weltkulturerbe. Außer den berühmten Festungsanlagen, den Baluartes, gibt es noch wesentlich mehr anspruchsvolle Architektur. Die Kathedrale fällt jedem Besucher sofort ins Auge. Ihr Bau dauerte etwa 200 Jahre, bis die Bürger sie im Jahr 1850 einweihen konnten. Damit ist sie die älteste Kathedrale auf der Halbinsel Yucatán. Besonders sehenswert ist sie abends, wenn sie innen und außen in warmem Licht glänzt. In ihrem Inneren ist besonders der Fußboden aus schwarzem Marmor bemerkenswert.

Reisende mit Interesse an Archäologie zieht es zum Museo Arqueológico im Fuerte de San Miguel. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sontag 9:00 bis 19:30 Uhr. Die Ausstellung enthält viele Fundstücke aus der Region. Besonders berühmt sind die Jadegrabmasken aus Calakmul. Das Fuerte de San Miguel selbst ist geschichtlich interessant, da die Bewohner hier früher Piratenschiffe gesichtet und abgewehrt haben. Fuerte de San Miguel, Campeche (Mexico)Ein zweites Fort, San José el Alto, enthält heute ein Museum zur Stadtgeschichte. Im Baluarte de Santiago finden Naturfreunde den kleinsten botanischen Garten Yucatáns (9-21 Uhr) mit regional typischen Pflanzenarten. Wer sich für Religion interessiert kommt an den Kirchen San Roman und San Fransicso nicht vorbei. Wer Kunsthandwerk mag findet vor Ort eine große Auswahl an farbenfrohen Kleidungsstücken, Hängematten, Schnitzereien, Keramik und Schmuck. Bekannte Einkaufsorte sind besonders der Markt Pedro Sainz de Baranda und das Casa de Artesanías Tukulná (Casa del Pensamiento). Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag zwischen 9:00 und 20:00 Uhr und sonntags zwischen 10:00 und 14:00 Uhr.
 

Unternehmungen rund um Campeche

Es gibt eine vielfältige Auswahl an Kulturveranstaltungen. Bei Reisenden ist besonders das Theater „Licht und Ton – Piratennacht“ bekannt, eine Inszenierung über die Zeit der Kolonialisierung. Das staatliche Marimba-Orchester spielt dabei regelmäßig Konzerte als Rahmenprogramm. Ab und zu bekommen die Zuschauer auch ein Folkloreballett zu sehen. Die Licht und Ton Show findet dienstags, freitags und samstags um jeweils 20:30 Uhr statt. Anfang Februar bis Anfang März feiern die Stadtbewohner Karneval. Mit über 400 Jahren gilt er als der älteste in Mexiko. In dieser Zeit finden viele farbenfrohe Umzüge statt. Als Highlight gilt die Krönung des Königspaares, der Reina del Carnaval und des Rey Feo. Bei Touristen beliebt sind auch Ausflüge aufs Meer mit einem der „Piratenschiffe“. Für Sportler gibt es in der Umgebung ein reichhaltiges Angebot, besonders im Bereich Wassersport. Es reicht vom Segeln über Tauchen bis zum Kajakfahren.
 

 

Campeche – Paradies für Liebhaber von Meeresfrüchten

Die Küche vor Ort bietet vielfältige exotische Genüsse. Der Einfluss der Maya ist noch immer zu erkennen. Besonders wer Fisch und Meeresfrüchte mag, kommt auf seine Kosten. Zu empfehlen wäre das Traditionsrestaurante Cenaduria Portales: regionale Küche an der Plazuela de San Francisco. Als alternative gibt es das Restaurant Familiar Marganzo: Mexikanische Küche gepaart mit rustikalem Ambiente. Hauptgerichte gibt es bereits ab ca. 90 Peso. Abends bekommt man sogar noch etwas Live Musik geboten. Sehr beliebt in der Region um Campeche sind unter anderem Haifischbrot, marinierter Pánpano und Garnelen in Kokosmilch. Wer sich traut kann auch Gerichte mit Kaiman oder Gürteltier probieren. Typisch für die Region sind außerdem fruchtige Erfrischungsgetränke mit Drachenfrucht, Tamarindo, Mango, Pflaume oder Guanábana.
 

Anreise & Verkehr

Campeche ist an das Schienen- und Straßennetz angeschlossen und damit per Bahn und Bus erreichbar. Komfortabler ist freilich die Anreise mit dem Flugzeug. Der Flug dauert von Mexiko-City aus etwa zwei Stunden. Wer andere Orte im Bundesstaat besuchen möchte, kann meist gut auf regionale Busverbindungen zurückgreifen. So fährt mehrfach täglich ein Bus zwischen Cancún und Campeche (ca. 7 Stunden). Nach Mérida gelangt man in ca. 2,5 Stunden. Das Stadtzentrum von Campeche ist am besten zu Fuß zu erkunden. Für weitere Strecken innerhalb der Stadt stehen auch Taxen zur Verfügung.
 

Empfehlenswerte Unterkünfte in Campeche

In Campeche gibt es Unterkünfte für unterschiedliche Reisewünsche und jeden Geldbeutel, darunter Jugendherbergen, Pensionen und Hotels. Besonders für Backpacker zu empfehlen wären die Unterkünfte Hotel Colonial – ab ca. 350 Peso für ein Doppelzimmer oder das Monkey Hostel wo es sogar schon ein Platz zum Schlafen im Schlafsaal für 100 Peso oder im Doppelzimmer ab 250 Peso gibt. Wer gerne etwas mehr Luxus hat kann sich im Hotel del Mar einquartieren. Hier kosten die Doppelzimmer ca. 1000 Peso die Nacht.